2006/11/ 6 - ... wieder zu Hause.
Man ist in einem anderen Land, dann ist man eben woanders, alles ist dasselbe, ausser ein paar veraenderte Rahmenbedingungen. So oder aehnlich war der erste Eintrag. Das mag vielleicht sein, bewegt man sich mit geschlossenen Augen und Watte in den Ohren. Alles falsch.

Im Angesicht der deutschen Kaelte und Leere fuehlt man sich irgendwie verloren. Es ist schoen, bekannte Gesichter wiederzutreffen aber laesst das kaum darueber hinwegblicken, was geschehen ist, welche Erfahrungen man gemacht hat. Es soll ja auch nicht so sein, jeder hat seinen Platz im grossen Spiel, doch manchmal wuenscht man sich doch, alles ware etwas mehr so wie woanders.
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2006/11/ 5 - :last pictures:
so at the end there sould be a visual summary. but i think its nearly impossible to show all the things seen in this time in the right place, order and meaning. I think there will be no way to understand even if you will go there by yourself and see what happens. here a just a few of my impressions.
 :good morning in hongkong
 :duel in front of the blocks
 :some hidden trails ("Don't go there, its dangerous!)

:work at age
 :privacy

:freedom
 :motherlove
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2006/11/ 5 - Eine kleine Krittik.
Millionen Menschen leben zusammen auf engstem Raum. So etwas wie Individualismus bleibt da schon mal auf der Strecke, denn man muss sich arrangieren. Man muss sich intergrieren in der Welt, in der man existiert, in einer Welt aus Millionen von Menschen. Aus dieser Perspektive gesehen ist China mit all seinen vielen Menschen fast vorbildlich anzusehen, ein grosses soziales Netz, das viele Schwierigkeiten aufzufangen scheint. Die Menschen leben in scheinbarem Zusammenhalt, keiner stiehlt und alle glauben an denselben Mann.
Auf der anderen Seite wird einem Angst und Bange, denkt man einmal an Arbeitsethik, Lebensqualitaet und Freiheit. Wie schoen kann es sein, sein ganzes kurzes Leben fuer irgendeine Idee zu schuften, die noch nicht mal von einem selber kommt? Was zum Teufel weiss denn der grosse Mao schon wirklich ueber den kleinen Chinesen, der tagein und tagaus in irgendeinem Loch schuftet, nur fuer die gewissenlose Bereicherung seines Vorgesetzten. Tolle Gleichberechtigung.
Man fragt sich ernsthaft: Weiss man um die Tragik des eigenen Schicksals oder klammert man an Idealen, die einem schon von Kindesalter eingepruegelt werden?
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2006/11/ 5 - Auf einem Platz in Hongkong.
Meine Fuesse schmerzen vom Laufen, also suche ich einen Platz zum sitzen. Ein kleines Tor an der Hauptstrasse. Hinein. Kleine Tribuenen zum sitzen. Endlich Ruhe. Ein wohltuender Laerm dringt zu meinem Ohr. Ein ganzer Platz aus Kinderfreude. Lachen, Schreien, ein kleiner Junge, der an mir vorbeirennt und eine Mutter mit ihrem Kind, das heulend aufstampft, weil es noch keine Lust hat zu wegzugehen. Da gibt es Huepfburgen, Wrestlingmatten, Labyrinthe und Burgen aus Pappkartons, ein Autowettrennen und bunte Farben ueberall. Dazuwischen sieht man einzelne Elternteile und Betreuer mit lustigen Schildern in der Hand.
Direkt neben dem ganzen Trubel sitzen etliche alte Maenner und spielen chinesiches Schach. Beobachten, Beratschlagen und geben sich voellig unbeeindruckt von all dem Laerm. Muede Grossstaedter gesellen sich dazwischen um eine kurze Pause vom Tag zu machen. Der Basketballplatz gegenueber ist voll von spielenden Jugendlichen in uebergrossen amerikanischen Trikots.
Die vorbeifahrenden Doppelstockbahnen rattern die Hauptstrasse entlang und durch den Maschendrahtzaun kann ich die vielen Menschen darin erkennen, die vereinzelt herueberschauen.
Die riesigen Wohnblocks beugen sich behutsam, als wuerden sie ein kleines Geheimniss hueten wollen. Auf den kleinen Balkons ist Waesche zum Trocknen aufgehangen. Hinter jedem einzelnen Balkon gibt es eine Geschichte, eine Familie, ein Ehepaar oder nur ein alter Mann. Ein riesiges Haus voller Geschichten.
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2006/11/ 2 - ...back to hon(m)ekong

Ok, wir sind noch immer in China. Aber wie sehr sich eine Grenzueberschreitung auswirken kann zeigt sich von Shenzen nach Hongkong. Andere Welt. Es gibt Kaffee und Sandwiches. U-Bahnen und einen geregelten Strassenverkehr. In Angesicht dessen faellt es schwer zu realisieren, was uns da die vergangenen Tage passiert ist. Ein merkwuerdiges Gefuehl beschleicht mich. Ich fuehle mich wohl. Am nachmittag treffen wir auf ein Kinderfest. Alles ist bunt und ueberall kleine lustig springende Gesichter. Auf ein paar Baenken spielen Rentner chinesisches Schach und diskutieren. Dazwischen Familien, alte Frauen und wir. Vielleicht gehen wir nachher noch auf einen Drink in eine Bar.
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2006/11/ 2 - ...leider muessen wir weg.
Es ist Nacht in Huizhou. Unser Hotel liegt recht guenstig, also koennen wir noch zu einem kleinen Ausflug starten. Die Bezirke sind uebersichtlich durch grosse Tore getrennt, die wie Schreine in der Grossstadt wirken. Eine kleine Gaststube macht fuer uns eine exzellentes Mahl. Im Hintergrund laeuft ein Fernseher auf maximaler Lautstaerke. Die Gastwirtin schnauzt die Maenner an und kommt an unseren Tisch. Wir erklaeren Bussi, das wir traurig sind, das wir ihn morgen verlassen werden. Das Essen schmeckt grossartig. Auf dem Rueckweg finden wir einen kleinen Teestand. Der Verkaufer laedt uns zum sitzen ein und wir probieren einige Teesorten aus. Zum ersten Mal fuehle ich mich wie heimisch. Bussi redet mit dem Verkaufer und lacht. Ich und Dean sitzen daneben und trinken KungFu Tee aus kleinen Schalen. Gegenueber ist ein kleiner Strassenverkauf, es gibt zu Essen. Zum ersten Mal nimmt niemand von uns Notiz und wir sind inmitten von allem. Wir verabschieden uns mit einigen Beuteln mehr.
Als wir auf die Anderen treffen beschliessen wir noch einige Bier zu trinken. In einer Art Biergarten sitzen wir eine Weile. Lecker Bier. Im Fernseher laeuft chinesisches MTV von VCD.
Bier macht hungrig, also suchen wir nach einem geeignetem Lokal. Etwas angesaeuselt setzten wir uns mitten in eine Gruppe Chinesen hinein. Bier auf den Tisch. Alles gut. Das nun eines der grandiosesten Erlebnisse unseres ganzen Trips folgen sollte, kann sich der Leser nun sicherlich denken, doch ein paar Geheimnisse haben noch niemanden geschadet.
gam bee.
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2006/11/ 2 - Smokers Town
Langsam geht die Sonne unter und wir beschliessen noch ein paar Bilder zu machen, denn es ist nun fast der letzte Tag im "richtigen" China fuer uns. An einem kleinen Haus haelt der Bus. Ein ueberladener Laster rauscht an uns vorbei und verschwindet hinter einer Strassenecke im Staub. Herzlich willkommen in Smokers Town.

Eine staubige Strasse fuehrt uns in ein kleines Tal abseits der Stadt. Im Minutentakt knattern die Lastwagen an uns vorbei und huellen uns in eine staubige Wolke aus Dreck ein. Die Ungetueme scheinen sich fuehrerlos und unaufhaltbar in die Landschaft zu bewegen. Die Fahrwerke klappern und rattern. Die Scheiben sind undurchsichtig vor lauter Schmutz. Von weitem ist ein hoellischer Laerm zu hoeren. Scheinbar ein Bergwerk.
Wir folgen dem Weg, der vom Abrieb riesiger Reifen entstanden sein muss. Unzaehlige Hunde saeumen den Weg, suchen aber das Weite, sobald man naeher kommt. Eine riesige Backsteinfabrik erscheint hinter einem Huegel. In riesigen schwefligen Oefen werden Ziegel gebacken. Riesige Stapel aus roten Backsteinen wirken beaengstigend. Das Bergwerk am Hang schreit hinab ins Tal.

Wie eine riesige Spinne aus schwarzgebrannten Metall, bruechigen Foerderbaendern und diffusen Staubrauch scheint sich ein Ungetuem in den Berg hinenzufressen. Am Wegesrand stehen mehrere Maenner und schauen uns an. Wir gruessen freundlich und werden eingeladen. Leider muessen wir weiter. Es wird dunkel. Als wir in einen Smoker Laster einsteigen fuehle ich mich trotz allem sehr willkommen. Der Fahrer bietet uns kommentarlos eine Zigarette an. Der Ventilator ueber ihm schauckelt im Takt. Ein paar Anhaenger schmuecken das Fahrerhaus, das kaum von Licht gesaeumt ist. Ich lache, als wir langsam den Berg herunterrumpeln. Vielen Dank fuers mitnehmen.
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2006/11/ 2 - ...ein neuer Tag.
Ein neuer Tag und alles scheint in vertrauter Helligkeit.
Der naechtliche Albtraum sitzt noch immer in den Koepfen. Das die Geschehnisse politisch motiviert sind wird klar, denn wer klauen will, der klaut. Aber spaeter mehr dazu.
Bussi scheint alle Ereignisse mitbekommen zu haben, doch wir denken, das er ebenfalls versteht, das es besser ist einfach galant zu verschwinden, als irgendetwas zu klaeren und noch mehr Staub aufzuwirbeln. Internationale Kommunikation ohne Worte.
Heute waehlen wir die normale Tour. Auf dem Plan steht ein Besuch in einer Tropfsteinhoehle. Alles ganz nett. Knips. Knips. Am Ausgang gibt es kleine Haustiere in Minikaefigen zu kaufen. Daneben kann man fuer ein Paar Cent eine Kanone in ein Netz abfeuern. An einem Pfahl haengen ein paar Mao Plaketten fuer 25cent. Bogenschiessen fuer alle. Lachi Lachi. Als dann noch eine "traditionelle" Tanzauffuehrung fuer uns stattfinden soll, suchen wir das Weite. Genug ist genug.

Ein paar Kilometer. Oh Hunger. Lecker Essen. Tee und Coca Cola! und weiter in Richtung Hongkong.
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2006/11/ 2 - ein Schrei in der Nacht!

Ein Schrei in der Nacht. Irgendwo auf dem Flur. Stille. Kurz darauf ein dumpfes Knallen. Sogar Bussi scheint wach geworden zu sein. An der Tur klingelt es. Es ist etwa 4 Uhr morgens. Die Maedchen vom Nachbarzimmer stehen aufgeloest vor unserer Tuer und berichten von einem Typ, der in ihrem Zimmer war...
Ok, bin ich wach oder traeume ich noch? Nein, das ist Realitaet. Leider wissen wir nicht was das Phantom wollte. Cindy muss ihn wohl mit ihrem Schrei dermassen erschreckt haben, das er in Todesangst aus dem Zimmer rannte, sie ihm hinterher. Unter dem Gesichtspunkt, das es sich um einen Dieb handeln muss, scheint die Sache ziemlich klar, doch hat der Unbekannte rein gar nichts mitgenommen, obwohl alle wertvollen Dinge, wie Laptops und Kameras direkt am Eingang lagen. Stattdessen durchsuchte er die persoenlichen Sachen. Mit dieser unangenehmen Erfahrung laesst sich schlecht schlafen. Die Maedchen sind sichtlich beaengstigt. Wir brechen auf und verschwinden.
Wieder ein Stueck im Puzzle, dessen Loesung wir am Ende in unseren Haenden halten.
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2006/11/ 2 - wasser, leaders und Tourismus
Gut, es ist 8:34Uhr. Alle sind in ihren Zimmern. Zuerst noch kurz schlafen bevor es weitergeht. Wir teilen uns ein 3er Zimmer mit dem Busfahrer, den wir kurzerhand auf Bussi umtaufen, weil Busfahrer so doof klingt. Sein richtiger Name ist Chen, er ist knapp 40 Jahre alt, recht klein und duenn, hat zwei Kinder und eine Frau, ist in Shantoo aufgewachsen und gondelt jetzt mit uns herum. Leider hat er vergessen seine Unterhosen einzupacken, also laeuft er los um sich einen 3er Pack auf dem Markt zu besorgen.

Vorher schlafen wir erstmal.
Ausgeruht machen wir uns auf den Weg zu ein paar Naturhighlights der Umgebung. Das wir Opfer von Tourismusmaschinerien sind wird uns dann bewusst, als wir rund um besagte Panoramalandschaften, Souvenirshops, Bootsfahrunternehmen, Stofftierverkaeufer und allerlei Schwachsinn vorfinden, mit dem wir nun gar nichts anfangen konnten. Also lasst uns der Nase nach, einfach irgendwo hinfahren. Bussi ist etwas verwirrt, aber wir versichern ihm, das alles ok ist. Wir sehen tolle Bergstrassen, eigenartige Buchten, beschallt von tausenden Grillen und Insekten (o.ä.) Lasst uns im glasklaren Wasser baden und Haenge hochklettern. Ein Maedchen mit gebrochenen englisch berichtet uns von einem tollen Freizeitpark in der Naehe. "My leaders told me, that you arrived here. I was send to invite you to yuanxing mountain. You will be the first foreigners who will see this place."
Als ich an ihr vorbeischaue erkenne ich zehn Chinesen, die hinter einer Ecke auf sie warten. Angst vor uns? Oder sollten wir Angst haben? Keine Ahnung, wir klettern erneut einen Abhang hinauf und lachen uns kaputt. Hier kommen wir bestimmt nicht nocheinmal her. Zurueck zum Hotel.
Noch ein Bier in einer Kneipe? ach nee, das gibts ja hier gar nicht. Einige Chinesen sitzen fasziniert um uns herum, als wir zu dritt unsere sechste Flasche Bier bestellen. Prost ne! ach nee.. Gam bee!
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Über mich
China in 4 Wochen?
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